Teil 5: Ehrwald (Zugspitzbahn) - Garmisch-Partenkirchen

Die Türen sind geschlossen, die Abfahrtszeit ist erreicht und der Fahrdienstleiter des Bahnhof Ehrwald hat den Abfahrauftrag gegeben. Unser Tf löst nun die Bremsen und setzt den VT in Bewegung. Wir fahren aus dem Bahnhof Ehrwald (nur ein Gruppenausfahrsignal) mit maximal 40 km/h aus, nach der Ausfahrweiche beschleunigen wir auf 50, kurze Zeit später auf 60 km/h. Während die Strecke bisher grob von West nach Ost führte, verläuft sie nun für mehrere Kilometer entlang der Loisach von Süd nach Nord. Auch die B 187 begleitet uns links oder rechts bis Grainau. Zum Teil recht kühn an den Felsen entlang angelegt führt unsere Strecke mit 30 %o Gefälle ins Tal. Bei ÖBB-km 25,9 war einst die Haltestelle Schanz. Und auch die extra für Holzarbeiter eingerichtete Haltestelle Schober (ÖBB-km 29,2) gehört schon lang der Vergangenheit an. Bei ÖBB-km 30,445/DB-km 14,848 liegt die Grenze zwischen Österreich/ÖBB und Deutschland/DB. Immer weiter schlängelt sich unsere Strecke durch das enge Tal der Loisach durch den Wald. Nun fahren wir in einen weiten Rechtsbogen, etwa ab dem Bahnhof Griesen führt uns unsere Strecke wieder in östliche Richtung. Langsam wird auch das enge Tal etwas weiter und wir passieren schon das Einfahrvorsignal des Bahnhofs Griesen. Es zeigt die Stellung Vr 1. Nach passieren eines Bahnüberganges, vor dem 2 x gepfiffen wird, ist auch das Einfahrsignal in Stellung Hp 1 an uns vorübergezogen. Da hier Reisende aus- und einsteigen möchten, hält unser Tf in Gleis 1 des Bahnhofs Griesen (Oberbayern) (km 13,3 - 814 m Höhe) an. Dieser wurde erst vor ein paar Jahren für den Personenverkehr wiedereröffnet. [Infos: Stellwerk des Bahnhofs]

Die Fahrdienstleiterin hat unser Ausfahrsignal ebenfalls in die Stellung Hp 1 (Fahrt) gebracht, so dass uns unser Zugführer, nachdem die Türen geschlossen sind, den Abfahrauftrag geben kann. Die nächsten Kilometer unserer Fahrt führen weiterhin unspektakulär durch das bewaldete Tal, die Loisach und die Bundesstraße, die seit der Österreichisch-Deutschen Staatsgrenze nun B 23 heißt sind weiterhin unsere Begleiter. Wir haben weiter Gelegenheit uns von den Schäden des Pfingsthochwassers 1999 zu überzeugen. So rollt unser Zug nun mit den vorgeschriebenen 60 km/h, ab Streckenkilometer 8,0 mit 70 km/h durchs Tal. Bei Kilometer 6,2 bremst unser Tf wieder auf 60 km/h und kurz darauf hält unser Zug am Haltepunkt Untergrainau (DB-km 5,5). Während ein paar Wanderer aussteigen, können wir erkennen, dass dieser kleine Haltepunkt einmal ein Bahnhof mit Kreuzungsmöglichkeit war. Im links liegenden ehemaligen Gleis 2 wachsen mittlerweile schon Bäume... Nur noch ein Anschlußgleis von DB Cargo ist vorhanden. [Info: Grainau]

Schon ist unser Triebwagen wieder abgefahren. Der Nächste Bahnübergang darf nur mit 30 km/h befahren werden. Er ist zwar mit Halbschranken gesichert aber liegt unübersichtlich in einer Linkskurve. Unmittelbar nach diesem Bahnübergang erkennen wir rechts das ehemalige Stationsgebäude von Obergrainau (km 4,6). Hier ist mittlerweile ein Küchenstudio eingezogen. Noch wenige Meter, endlich eröffnet uns das Tal einen Blick auf Garmisch-Partenkirchen. Dahinter liegt das große Massiv des Estergebirges mit dem Wank (1780 m) und seiner höchsten Erhebung, dem Krottenkopf (2086 m). Kurz darauf überquert uns die Bayerische Zugspitzbahn auf einer Steinbrücke und führt links parallel zu uns ebenfalls nach Garmisch-Partenkirchen. Wir passieren noch die ehemaligen Haltepunkte Kreuzeckbahn (km 3,4), Riessersee (km 2,1) und Hausbergkante (km 1,3). Schon kommt uns die Vorsignaltafel entgegen, die anstatt des Einfahrvorsignal von Garmisch-Partenkirchen aufgestellt ist. Kurz darauf passieren wir das dazugehörige Einfahrsignal des Bahnhof Garmisch-Partenkirchen, in den wir mit 30 km/h einfahren. Hier endet bei km 0,0 unsere Fahrt über die Außerfernbahn. [Infos: Zugspitze / Bayerische Zugspitzbahn | Garmisch-Partenkirchen]

Der Bahnhof Garmisch-Partenkirchen wurde kürzlich komplett umgebaut und auf ESTW-Technik umgestellt. Dabei verschwanden nicht nur die 'normalen' DB-Formsignale, sondern auch die noch bis zum Schluß in Betrieb befindlichen Bayerischen Flügel-Hauptsignale.

An dieser Stelle endet unsere Reise auf der Außerfernbahn. Ich hoffe, dass sie Euch gefallen hat und wir uns einmal auf der Außerfernbahn sehen. Noch ist die Beschreibung recht unübersichtlich, sicherlich hat sich auch der eine oder andere Fehler eingeschlichen, in Kürze werde ich alles in mehrere Abschnitte einteilen und hoffentlich auch alle Fehler aufdecken. Also bitte ein wenig Geduld. Auch Fotos werden in der nächsten Zeit ergänzt. 
Wer Ergänzungen zur Strecke / Pläne / Fotos usw. hat, möchte sich bitte mit mir in Verbindung setzten (e-mail), davon kann sicherlich einiges in diese Beschreibung eingebunden werden. Danke.
 

Stand: 29.09.2002